Bewegungsprogramme verbessern bei Patienten mit Lungenhochdruck die Sauerstoffaufnahme und die Leistung des Herzens. Wissenschaftler der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg haben dazu eine Studie durchgeführt, die erstmals den Effekt eines speziellen Trainingsprogamms auf das Herz-Kreislauf-System mittels invasiver Messungen erfasst hat. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin ‚European Heart Journal‘ veröffentlicht.

Bei Lungenhochdruck (PH) ist der Blutdruck in der Lunge stark erhöht. Das Herz leistet Schwerstarbeit, um Blut in die Lunge zu pumpen und ermüdet entsprechend mit der Zeit. Ein für Lungenhochdruck-Patienten entwickeltes Trainingsprogramm kann dem entgegen wirken und die medikamentöse Therapie unterstützen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit 95 Patienten. Nach 15 Wochen Training verbesserte sich bei den Patienten die maximale Sauerstoffaufnahme unter Belastung, ein Zeichen dafür, dass die Körpermuskulatur effektiver arbeitet. Auch die Pumpleistung der rechten Herzhälfte verbesserte sich unter Belastung um 20 Prozent.

Den Blutdruck, die Sauerstoffaufnahme und die Pumpleistung des Herzens erfassten die Mediziner zu Studienbeginn sowie nach 15 Wochen unter anderem mit Hilfe einer Rechtsherz-Katheteruntersuchung in Ruhe und unter Belastung.

Mit der Studie, so die Wissenschaftler, sei erstmals der Nachweis erbracht, dass ein Bewegungsprogramm die Herzleistung der schwer kranken PH-Patienten verbessern kann. Um die Auswirkung des Trainings und die zugrunde liegenden Mechanismen genau zu erfassen, sind noch weitere Studien nötig.


Quellen:

Ehlken, N. et al.: Exercise training improves peak oxygen consumption and haemodynamics in patients with severe pulmonary arterial hypertension and inoperable chronic thrombo-embolic pulmonary hypertension: a prospective, randomized, controlled trial. In: European Heart Journal 2016, 37 (1): 35-44

Universitätsklinikum Heidelberg: Patienten mit Lungenhochdruck: Bewegungstraining kräftigt geschwächtes Herz. – Pressemitteilung vom 27. April 2016


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.

Foto: pixabay