Nachdem in den USA zuletzt gehäuft schwere Lungenerkrankungen bei „Dampfern“ auftraten, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aktuell davon ab, das Gemisch (E-Liquids) für elektronische Zigaretten selbst herzustellen. Auch von E-Zigaretten und Gemischen unklarer Herkunft und Zusammensetzung sei abzuraten, so die Experten.

Besonders wenn die Konsumenten keine ausreichenden Kenntnisse und Erfahrungen haben, sollten sie vom Selbstmischen der E-Liquids absehen, betont das Bundesinstitut für Risikobewertung. Es bestehe zum Beispiel die Gefahr, dass Pflanzen- oder Mineralöle verwendet werden. Diese können schwere Atemwegserkrankungen auslösen, wenn sie inhaliert werden.

In E-Zigaretten wird eine – meist nikotinhaltige – Flüssigkeit (Liquid) erhitzt, sodass diese verdampft und eingeatmet werden kann. Sofern die Liquids europäischen und deutschen Regelungen entsprechen, drohen nach aktuellem Kenntnisstand keine erhöhten Risiken, so der BfR-Präsident. Dennoch sollten Nutzer auf Symptome wie Atembeschwerden oder Schmerzen im Brustbereich achten, besonders nach einem Produktwechsel.

Die Gesundheitsrisiken können jedoch durch nicht ausreichend untersuchte Inhaltsstoffe, Verunreinigungen oder neue Verdampferprodukte steigen. Auch die gesundheitlichen Auswirkungen von sogenannten „Sub Ohm“-Modellen seien noch weitgehend unerforscht. Diese leistungsstarken Verdampfer produzieren besonders große Mengen Dampf, der direkt in die Lunge gelangt. Nikotinfreie Liquids können nach Ansicht der BfR-Experten ebenfalls problematisch sein. Denn sie fallen nicht unter das Tabakrecht und müssen daher keine tabakrechtlichen Bestimmungen einhalten. Dazu gehören zum Beispiel Verwendungsverbote für gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe.

Bei Meldungen oder Nachfragen an die Giftinformationszentren seien häufig selbstgemischte E-Liquids die Ursache, so das BfR.

USA: Schwere Lungenerkrankungen bei „Dampfern“

In den USA kam es in letzter Zeit unter „Dampfern“ zu einer Reihe schwerer Lungenerkrankungen mit Atemnot, Husten und Brustschmerzen. Sogar über Todesfälle wurde berichtet. Laut einer aktuellen Studie waren die Betroffenen durchschnittlich 19 Jahre alt. Dass die Probleme innerhalb eines kurzen Zeitraums auftraten und vor allem junge Menschen betroffen sind, spricht aus Sicht des BfR dafür, dass eher ein begrenztes Problem vorliegt. Um weitere Empfehlungen geben zu können, sei dennoch eine detaillierte Aufklärung der Vorfälle notwendig.


Quellen:

Bundesinstitut für Risikobewertung: „Dampfen“: BfR rät vom Selbstmischen von E-Liquids ab. Pressemeldung vom 17.10.2019


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.