Raucher, bei denen Lungenkrebs diagnostiziert wurde, leben länger, wenn sie das Rauchen aufgeben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Roswell Park Cancer Institute im US-amerikanischen Buffalo. Die Autoren berichten im Journal of Thoracic Oncology, dass die Entwöhnung das Leben im Schnitt etwa um zehn Monate verlängerte.

Für ihre Untersuchungen hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Daten von 250 Patienten ausgewertet. Sie waren nach einer Untersuchung zu Therapiebeginn automatisch an eine Beratung zur Rauchentwöhnung überwiesen worden, falls sie in den letzten 30 Tagen vor der Diagnose Zigaretten konsumiert hatten. Die Erhebung fand zwischen Oktober 2010 und Oktober 2012 statt, die Nachuntersuchungen liefen bis Mai 2014.

50 Patienten hatten dem Bericht zufolge bereits vor der Diagnose aufgehört zu rauchen. 71 weitere stellten den Zigarettenkonsum nach ihrem Erstkontakt mit der Beratungsstelle ein. Verglichen mit denen, die das Rauchen fortführten, hatten diese beiden Gruppen eine deutlich geringere Sterberate. Während die Neu-Nichtraucher etwa 28 Monate überlebten, lag die Überlebensrate der Raucher nur bei 18 Monaten. Zudem ließen die Ergebnisse laut den Forschern vermuten, dass auch das versuchte Aufhören einen förderlichen Effekt auf die weitere Gesundheit der Patienten hatte auch wenn die vollständige Entwöhnung nicht erreicht wurde.

„Nach unserem Kenntnisstand, ist das eine der ersten Studien, die den Einfluss einer Rauchentwöhnung auf das Überleben von Lungenkrebspatienten beleuchtet, die verpflichtend an einem Einschätzungsprogramm und einer Überweisung zu einem Rauchentwöhnungsangebot teilgenommen haben“, so Studienleiterin Dr. Mary Reid.

Laut den Autoren wird der Tabakkonsum bei Lungenkrebspatienten allgemein zu selten in einer hinreichenden und vergleichbaren Form erfasst. Auf Basis ihrer Ergebnisse empfehlen die Forscher nun, Personen mit Lungenkrebs als Teil ihrer Therapie regelmäßige, strukturierte Raucher-Tests sowie eine Beratung zur Rauchentwöhnung anzubieten. „Es wäre sehr wichtig, künftig Dienste einzurichten, die den Tabakkonsum hinreichend erfassen und leicht zugängliche Entwöhnungskurse anbieten, um die Überlebenszeit und die Lebensqualität der Patienten weiter zu verbessern“, regt Reid an.


Quellen:
Amato D. et al.: Tobacco Cessation May Improve Lung Cancer Patient Survival. In: Journal of Thoracic Oncology, 2015, published online before print, DOI: 10.1097/JTO.0000000000000578

ScienceDaily: Lung cancer patients who stop smoking live longer. Pressemitteilung vom 13. Juli 2015.


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.

Foto: Fotolia // Paulwip