Je mehr Operationen zur Behandlung von Lungenkrebs in einem Krankenhaus durchgeführt werden, desto besser der Therapieerfolg. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aktuell in einem Bericht. So wirkt es sich positiv auf die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten aus, wenn solche Eingriffe in einer Klinik häufiger durchgeführt werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte dem IQWiG den Auftrag erteilt, herauszufinden, ob die Wahrscheinlichkeit eines Behandlungserfolgs bei planbaren Operationen davon abhängig ist, wie oft das Krankenhaus bzw. das Ärzteteam den Eingriff durchführt. Der Bericht zur chirurgischen Behandlung des Lungenkarzinoms liegt nun vor.

In die Analysen zog das IQWiG 19 Beobachtungsstudien mit ein. Entscheidend für die Bewertung waren die Studienergebnisse zu folgenden Kriterien:

  • Gesamtüberleben
  • therapieassoziierte Sterblichkeit (Mortalität) und
  • Versterben im Krankenhaus

Positiver Zusammenhang zwischen Menge und Qualität

Auf Grundlage der Ergebnisse sieht das IQWiG einen positiven Zusammenhang zwischen den Fallzahlen und der Qualität des Behandlungsergebnisses bei Operationen zur Lungenkrebs-Therapie. Vor allem erhöht die häufigere Durchführung solcher Eingriffe die Überlebenschancen der betroffenen Patienten, so die Experten. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die Sicherheit dieser Aussage durch die eher geringe analytische Qualität und die gelegentlich unzureichende Darstellung der Ergebnisse beeinträchtigt wird.

Ob die Zahl der Operationen auch mit anderen Kriterien, wie dem krankheitsfreien Überleben, schwerwiegenden, lebensbedrohlichen oder tödlichen Infektionen, weiteren schwerwiegenden therapiebedingten Komplikationen oder der gesundheitsbezogenen Lebensqualität in Zusammenhang steht, konnte das IQWiG aufgrund fehlender verwertbarer Ergebnisse nicht herausfinden.


Quellen:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Lungenkrebs-Operationen: Bessere Überlebenschancen bei höheren Fallzahlen. Pressemeldung vom 06.11.2019


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.