Viele Menschen mit interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD) schlafen schlechter als andere Menschen. Oft ist eine schlechte Schlafqualität mit Depressionen und Angstzuständen verbunden, so das Ergebnis einer Studie, die im European Respiratory Journal veröffentlicht wurde.

Die Forschenden analysierten für die Studie die Schlafqualität von über 100 Patienten mit interstitiellen Lungenkrankheiten. Hierfür nutzten sie den Pittsburgh Schlafqualitätsindex (PSQI), einen international anerkannten Fragebogen zur Schlafqualität. Des Weiteren untersuchten sie, welche Faktoren die Schlafqualität beeinflussen und wie sich schlechter Schlaf auf das allgemeine Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten auswirkt.

Ihr Ergebnis: Schlechte Schlafqualität ist bei Menschen mit ILD üblich. 67 von 101 Befragten – also etwa zwei Drittel – gaben an, schlecht zu schlafen. Sie brauchten länger um einzuschlafen, wachten nachts oft auf und schliefen generell kürzer als Personen mit guter Schlafqualität. Die Analyse ergab außerdem, dass Betroffene mit schlechtem Schlaf eher Anzeichen von Depressionen und Angstzuständen zeigen und nach eigener Aussage tagsüber oft schläfrig sind. Andere Faktoren wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index oder Lungenfunktionswerte beeinflussen die Qualität des Schlafs nicht unterschiedlich.

Auf Grundlage ihrer Ergebnisse sprechen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dafür aus, dass Ärzte routinemäßig die Schlafqualität ihrer ILD-Patientinnen und Patienten beurteilen sollten. Bei jenen mit schlechtem Schlaf könnten geeignete Maßnahmen zum Beispiel zur Behandlung von Depressionen nicht nur die Schlafqualität, sondern letztlich auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbessern. Um herauszufinden, was genau die Ursachen für schlechten Schlaf bei Menschen mit interstitiellen Lungenkrankheiten sind, und welche Behandlungen hilfreich sein könnten, müssen aber weitere Studien mit mehr Teilnehmenden folgen.

Was sind interstitielle Lungenkrankheiten?

Interstitielle Lungenerkrankungen, kurz ILD, werden mitunter auch als parenchymatöse Lungenerkrankungen bezeichnet und umfassen eine ganze Reihe verschiedener Krankheitsbilder der Lunge. Bei allen „vernarbt“ die Lunge durch krankhafte Gewebsveränderungen. Durch diese, auch als „Fibrose“ bezeichnete Vernarbung, wird die Atmung deutlich erschwert.


Quellen:

Cho, J.-G. et al.: The prevalence of poor sleep quality and its associated factors in patients with interstitial lung disease: a cross-sectional analysis. In: European Respiratory Journal Open Research, 2019 DOI: 10.1183/23120541.00062-2019

European Lung Foundation: Poor sleep Quality is common in people with interstitial lung disease. Meldung vom 5.8.2019


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.