Die Ständige Impfkommission STIKO am Robert Koch-Institut hat seine Empfehlungen für die Keuchhusten-Impfung aktualisiert. Die Impfung wird jetzt auch in der Schwangerschaft empfohlen um Neugeborene in den ersten Lebensmonaten bestmöglich vor Keuchhusten (Pertussis) zu schützen.

Laut den Empfehlungen sollen schwangere Frauen zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels mit dem Tdap-Kombinationsimpfstoff (Kombinationsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis) geimpft werden. Spätestens aber sollte die Impfung zwei, besser noch vier Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin erfolgen. Besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt, sollte die Impfung in das zweite Schwangerschaftsdrittel vorgezogen werden. Die Impfung gegen Keuchhusten soll zudem unabhängig vom Abstand zu vorab verabreichten Pertussisimpfungen und in jeder Schwangerschaft erfolgen.

Impfung schützt Babys in den ersten drei Lebensmonaten

Mit der Impfung der Mütter sollen Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch Infektionen mit dem Erreger Bordetella pertussis bei Neugeborenen und jungen Säuglingen verringert werden, die in den ersten Lebenswochen noch nicht selbst geimpft werden können.

Studien hatten gezeigt, dass eine Keuchhustenimpfung während der Schwangerschaft auch den neugeborenen Kindern Schutz vor der Erkrankung bieten kann. Denn durch die Impfung produzieren die Mütter so viele Antikörper gegen den Erreger, dass diese in ausreichender Menge auch an das noch ungeborene Kind weitergegeben werden können. Laut Studienlage sind die Kinder dann in den ersten drei Lebensmonaten zu über 90 Prozent vor Keuchhusten, und damit verbundenen Krankenhausaufenthalten sowie im schlimmsten Falle Todesfällen durch Pertussis-Bakterien geschützt.

Laut STIKO ist die Impfung grundsätzlich gut verträglich. Bei einem sehr kleinen Teil der Geimpften könne es nach der Impfung zu Fieber kommen.

Keuchhusten verläuft besonders bei Säuglingen schwer

Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Bordetella pertussis verursacht und mittels Tröpfcheninfektion übertragen wird. Besonders bei Säuglingen im Alter von bis zu drei Monaten verläuft die Erkrankung oft schwer und komplikationsreich. Eine Pertussis-Impfung vor dem Alter von sechs Wochen ist in Deutschland nicht möglich, da die verfügbaren Impfstoffe für diese Altersgruppe nicht zugelassen sind.


Quellen:


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.