Nach einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat die EU-Kommission die Marktzulassung des Wirkstoffs Selexipag für Europa erteilt. Damit steht Lungenhochdruck-Patienten eine neue Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. In einer klinischen Studie mit über 1000 Teilnehmern konnte das Medikament das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und die Patienten vor frühzeitigen Komplikationen bewahren.

Der krankhaft erhöhte Blutdruck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie, PAH) führt zu Atemnot und verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit. Die Erkrankung kann einen fortschreitenden und lebensbedrohlichen Verlauf annehmen.

Der als Tablette eingenommene Arzneistoff Selexipag, ein sogenannter Prostazyklinrezeptor-Agonist, fördert die Durchblutung der Lunge und senkt die Belastung des Herzens. Zusätzlich hat das Medikament eine zellwachstumshemmende und antientzündliche Wirkung. Die EU-Zulassung des Wirkstoffs basiert auf Ergebnissen der sogenannten GRIPHON-Studie, eine klinische Studie, die an 1.156 Lungenhochdruck-Patienten die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Medikaments nachweisen konnte. Die Teilnehmer der Phase-III-Studie nahmen über die Dauer von durchschnittlich 1,4 Jahren zweimal täglich Selexipag oder ein Placebo ein. Im Vergleich zur Gruppe, die ein Placebo erhielt, verringerte Selexipag das Risiko der Krankheitsverschlechterung und die Rate an Krankenhauseinweisungen um rund 40 Prozent. Die häufigsten, in der Regel leicht bis mittelschwer ausgeprägten Nebenwirkungen von Selexipag zeigten sich in Kopfschmerzen, Durchfall, Kiefer-, Muskel- und Gliederschmerzen, Erbrechen und einer anfallsweisen Rötung der Haut (Flush).

Das Medikament kann in Kombination mit sogenannten PDE-5-Inhibitoren oder als Monotherapie zum Einsatz kommen. In Deutschland soll der neue Wirkstoff nun möglichst schnell auf den Markt gebracht werden.


Quelle:
Apotheke adhoc: Lungenhochdruck: Zulassung für Uptravi. Artikel vom 17.05.2016


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.

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